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Frage: Kann ich vor 01.03.2021 gekaufte Coins staken, ohne die Steuerfreiheit zu verlieren?

Antwort unserer Steuerexperten:

Ja, du kannst auch Altvermögen (gekauft vor 01.03.2021) für das Staking nützen, ohne die Steuerfreiheit zu verlieren. Die laufenden Staking-Rewards stellen zwar Neuvermögen dar (erst bei Wechsel in EUR mit 27,5% zu besteuern, sofern es sich um „Konsensstaking“ handelt), das Altvermögen (=“Substanz“) kann aber nach wie vor steuerfrei verkauft werden.

Haftungsausschluss: Diese Information gibt bloß einen ersten Überblick und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Diese Info kann ein ausführliches und individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Enzinger Steuerberatung bzw. crypto-tax.at übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit dieser Information.

Schenkungen im Bereich von Krypto-Assets unterscheiden sich grundsätzlich kaum von anderen Schenkungen wie beispielsweise einer Schenkung von Bargeld oder Goldmünzen. Da es in Österreich seit mehreren Jahren keine Schenkungssteuer mehr gibt, löst eine Schenkung weder für Geschenkgeber noch Beschenkten eine Steuerpflicht aus.. Die Grundvoraussetzung dafür ist allerdings, dass es keine Gegenleistung für die Übertragung der Krypto-Assets gibt. Das heißt, wenn jemand beispielsweise jemandem zu Weihnachten Bitcoin schenken möchte, dann führt das weder bei ihm noch beim Beschenkten zur Besteuerung. Sollte man aber auf die Idee kommen sich gegenseitig Schenkungen zu machen, um damit eine eventuelle Gewinnrealisierung zu umgehen, handelt es sich in der Regel um einen steuerpflichtigen Tauschvorgang. Beispielweise liegt keine Schenkung vor, wenn man jemandem Bitcoin schenkt und dafür Ethereum zurückgeschenkt bekommt.

Meldeverpflichtung

Auch wenn es keine Schenkungssteuer mehr gibt, so besteht trotzdem eine Meldeverpflichtung gem. § 121a BAO wenn der Geschenkgeber oder Beschenkte im Zeitpunkt der Schenkung in Österreich ansässig ist:

Eine Schenkungsmeldung ist  binnen 3 Monaten ab Erwerb (= Übertragung der Krypto-Assets) beim Finanzamt zu erstatten. Die Meldung kann über FinanzOnline durchgeführt werden.  Bei vorsätzlicher Verletzung der Anzeigepflicht liegt eine Finanzordnungswidrigkeit vor, die mit einer Geldstrafe von bis zu 10% des gemeinen Wertes des durch die nicht angezeigten Vorgänge übertragenen Vermögens geahndet wird.

Dokumentation der Schenkung

Um aus steuerlicher Sicht keine Fehler zu machen, empfehlen wir folgende Dokumentation:

Generell ist es wichtig alle Vorgänge im Zusammenhang mit Krypto-Assets genau zu dokumentieren, da auch Banken Euro-Auszahlungen aus dem Verkauf von Krypto-Assets verweigern können, wenn man nicht genau nachweisen kann, woher die Kryptos stammen. Häufig werden auch Nachweise über die korrekte Besteuerung verlangt um sicherzustellen, dass keine Steuern hinterzogen wurden.

Folgen beim späteren Verkauf geschenkter Krypto-Assets

Werden geschenkte Krypto-Assets später vom Beschenkten verkauft, dann sind für die Ermittlung der Behaltefrist und des Veräußerungsgewinns die ursprünglichen Anschaffungskosten des Geschenkgebers relevant. Hat der Beschenkte beispielsweise Bitcoins im Jahr 2020 geschenkt bekommen, die der Geschenkgeber im Jahr 2015 für EUR 100,- angeschafft hat und veräußert der Beschenkte diese Bitcoins in weiterer Folge im Jahr 2020 für EUR 1.000,-, dann ist der Verkauf steuerfrei, da die Kryptos ursprünglich bereits vor mehr als einem Jahr angeschafft worden sind. Wenn die in 2020 geschenkten Kryptos aber vom Geschenkgeber erst am Beginn des Jahres 2020 für EUR 200,- angeschafft worden wären und dann noch in 2020 vom Beschenkten für EUR 1.000,- verkauft werden, so ist der Gesamtgewinn von EUR 800,- für den Beschenkten nach Tarif steuerpflichtig, da die Behaltefrist in Summe weniger als ein Jahr betragen hat.

Wie wirkt sich die Reform der Besteuerung von Krypto-Assets auf Schenkungen aus?

Auf die Meldevorschriften und die Grenzen für die Anzeigepflicht von Schenkungen hat die Änderung gar keine Auswirkungen. Es ist dafür auch weiterhin der aktuelle Wert der Krypto-Assets zum Zeitpunkt der Schenkung relevant. Für den Geschenkgeber und den Beschenkten fallen auch weiterhin keine Steuern im Rahmen der Schenkung an. Da es allerdings keine Spekulationsfrist für nach dem 28.02.2021 angeschaffte Kryptos mehr gibt, fällt beim Verkauf von solchen Krypto-Assets immer Kapitalertragsteuer an. Damit der Gewinn richtig berechnet werden kann, ist es auch weiterhin wichtig, dass der Geschenkgeber dem Beschenkten die korrekten Anschaffungskosten mitteilt. Generell empfehlen wir auch weiterhin alle in der Dokumentation genannten Punkte in einen Schenkungsvertrag aufzunehmen. Wenn der Geschenkgeber Ende 2021 Bitcoin um EUR 500,- kauft, die er dann in weiterer Folge an jemanden verschenkt, und der Beschenkte diese Bitcoin dann in 2023 um EUR 1.000,- verkauft, so hat der Beschenkte im Jahr 2023 einen steuerpflichtigen Gewinn von EUR 500,-, der mit 27,5% Kapitalertragsteuer versteuert werden muss. Werden aber Krypto-Assets verkauft, die ursprünglich vom Geschenkgeber bereits vor dem 28.02.2021 angeschafft worden sind und die vom Geschenkgeber oder Beschenkten insgesamt mehr als 1 Jahr gehalten wurden, ist der Verkauf auch weiterhin steuerfrei möglich.

Du hast weitere Fragen zur Schenkung von Krypto-Assets? Dann buche deine Online-beratung direkt über unsere Website. Wir sind Steuerexperten für Kryptowährungen und helfen Dir gerne weiter.

Haftungsausschluss: Diese Information gibt bloß einen ersten Überblick und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie kann ein ausführliches und individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Enzinger Steuerberatung bzw. crypto-tax.at übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit dieser Information.

In der Krypto-Welt kommt es immer wieder vor, dass man Privat Keys verliert und auf seine Krypto-Assets nicht mehr zugreifen kann oder man durch Betrug Krypto-Assets verliert. Es stellt sich die Frage ob ein solcher endgültiger Vermögensverlust steuerlich verwertet werden kann.

Für die richtige steuerliche Beurteilung muss zuerst analysiert werden, ob der Vermögensverlust im Betriebsvermögen oder im Privatvermögen eingetreten ist. Sofern der Verlust dem Betriebsvermögen zuzuordnen ist (zB Krypto-Broker verliert Privat Key zu einem Wallet), kann der Verlust in Höhe der seinerzeitigen Anschaffungskosten angesetzt werden.

Ist der Verlust in Zusammenhang mit Privatvermögen entstanden (zB Krypto-Assets, die im Rahmen der privaten Vermögensverwaltung an- und verkauft werden), so sieht die derzeit geltende Rechtslage bzw. Judikatur in der Zerstörung, dem Diebstahl bzw. dem Untergang des Wirtschaftsgutes keinen veräußerungsgleichen Vermögensvorgang sondern eine steuerlich unbeachtliche Vermögensveränderung. Ein Verlust daraus kann weder zum Marktwert im Zeitpunkt des Verlustes noch zu den seinerzeitigen Anschaffungskosten angesetzt werden.

Haftungsausschluss: Diese Information gibt bloß einen ersten Überblick und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie kann ein ausführliches und individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Enzinger Steuerberatung bzw. crypto-tax.at übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit dieser Information.

Von Seiten der Finanzverwaltung gibt es noch keine Aussagen zur Besteuerung von Airdrops.

Bei einem Airdrop werden Kryptowährungseinheiten kostenlos an die
Community verteilt. Die steuerliche Beurteilung hat immer anhand des konkreten Einzelfalles zu erfolgen, dh der jeweilige Airdrop muss analysiert werden. Es können idR zwei Arten von Airdrops unterschieden werden.

Automatisierter Airdrop: Bei sogenannten automatisierten Airdrops kommt es zur unangekündigten Verteilung von Kryptowährungseinheiten an Wallets, die ein Guthaben aufweisen (Snapshots). Dazu muss der Halter der Kryptowährung lediglich die neuen Kryptowährungseinheiten „claimen“ und sonst keine Leistung erbringen.

Manueller Airdrop (oft auch Bounty genannt): Bei einem manuellen Airdrop (Bounty) muss die Person, die Kryptowährungseinheiten erhalten möchte aktiv werden und zB Beiträge in Sozialen Netzen wie Telegram oder Twitter liken, teilen oder einer Telegram-Gruppe beitreten. Dabei steht die Werbewirksamkeit der neuen Kryptowährung im Vordergrund. Deshalb würden wir derzeit davon ausgehen, dass hier eine steuerpflichtige sonstige Leistung vorliegen könnte.

Im Gegensatz dazu würden wir bei einem automatisierten Airdrop von einer steuerfreien Schenkung, analog zum Hardfork, ausgehen. Da beim manuellen Airdrop (Bounty) allerdings eine sonstige Leistung (in Form einer gelegentlichen Werbeleistung) vorliegen könnte, muss der Euro-Marktpreis der erhaltenen Kryptowährungseinheiten in der Steuererklärung als Einnahme angesetzt werden. Die Besteuerung erfolgt bei natürlichen Personen zum Einkommensteuertarif.

Als Beispiel für einen automatisierten Airdrop würden wir den Token Uniswap (https://airdrops.io/uniswap/) sehen, da man hier um 400 Stk UNI zu erhalten nur in der Uniswapp App sein Konto verbinden musste und dann seine Tokens „claimen“.

Sollten die erhaltenen Kryptowährungen dann zu einem späteren Zeitpunkt wieder verkauft werden, würden wir von Einkünften aus Spekulationsgeschäften ausgehen (siehe unser Beitrag Wie werden Bitcoin & Co im Privatvermögen besteuert)

Haftungsausschluss: Diese Information gibt bloß einen ersten Überblick und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie kann ein ausführliches und individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Enzinger Steuerberatung bzw. crypto-tax.at übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit dieser Information.

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